Schweizer Konjunktur kühlt ab

Die konjunkturellen Zeichen für die Weltwirtschaft werden aktuell eher pessimistisch gewertet. Klar ist aber auch, dass einige Länder – insbesondere im Mittelmeerraum – durch ihre in der Vergangenheit unsolide geführten Haushalte stärker betroffen sind als andere Länder, wie bspw. die Schweiz. Aber auch in der Schweiz sind jetzt erste Anzeichen für eine konjunkturelle Eintrübung zu erkennen.

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Schweizer Franken und geringere Exporte

Die Gründe für die konjunkturelle Abschwächung in der Schweiz liegen maßgeblich in der europäischen Finanzkrise und der in diesem Zusammenhang zurückgehenden Exporte. Aber auch die Bindung des Schweizer Frankens an den Euro mit der definierten Wechseluntergrenze sorgt bei den Exporten für einen weiterhin sehr starken Franken. So wird ein Rückgang des Ausfuhr-Wachstums um 2,5 % auf dann 0,7 % erwartet. Ebenfalls konjunkturelles Gift stellt der starke Franken für den Tourismus dar, denn auch hier wurden im Jahr 2012 deutliche Rückgänge der Umsätze gemeldet.

Binnenwirtschaft zieht zeitversetzt nach

Bisher war die Binnenwirtschaft von den Problemen bei der Ausfuhr weitestgehend verschont geblieben. Allerdings mehren sich auch hier die Anzeichen dafür, dass in den kommenden Monaten die konjunkturelle Delle auch hier spürbar wird. Denn eine schwächere Ausfuhr sorgt auf der Investitionsseite kausal für eine Rückführung und schwächt somit auch Binnennachfrage nach Investitionsgütern aus dem Inland. Die Eintrübung des binnenwirtschaftlichen Klimas konnte aber in der Vergangenheit durch die starke Bautätigkeit noch kompensiert werden. Hier hat die Finanzkrise letztendlich sogar positive Signale gesetzt, denn die niedrigen Zinsen in der Schweiz liegen auch in Europäischen Finanzkrise begründet. Die Bundesökonomen revidierten auch ihre Wachstumsprognosen für das Jahr 2012 um 0,2 % auf 1,9 % und erwarten eine Arbeitslosenquote von 3,4 %.

Inflationsgefahr besteht nicht

Die Sorge um eine anziehende Inflation wird von den Schweizer Bundesökonomen nicht geteilt. Zwar wird durch die Nationalbank weiterhin in verstärktem Umfang Geld gedruckt, gleichzeitig gibt es aber auf dem Güter- und Arbeitsmarkt keine Anzeichen für steigende Preise. Und auch der Rohölpreis dürfte sich moderat entwickeln und somit keine preistreibende Dynamik entstehen. Daher wird für das Jahr 2012 mit einer im internationalen Vergleich ausgesprochen moderaten Inflationsrate von 0,3 % gerechnet.

Pessimismus möglicherweise zu stark

In der Vergangenheit hatten sich die Volkswirte mit zu pessimistischen Erwartungen im Anschluss korrigieren müssen. Auch aktuell gibt es Anzeichen, die ein zu starkes Einbrechen der Konjunktur nicht erwarten lassen. Genannt wird in diesem Zusammenhang bspw. das die japanische Wirtschaft nach der Reaktorkatastrophe wieder an Schwung gewinnt und somit die negativen Effekte abschwächt.