Online ist In. Stehen klassische Läden vor dem Aus?

Jedes Jahr werden mehr Artikel online bestellt. Von Bücher, Musik bis hin zu Lebensmittel, Schuhe und Bekleidung gibt es kaum noch etwas was nicht in Online Shops seine Käufer findet. Ist dies der Untergang der Einkaufsstrassen in unseren Städten?

Eine Veränderung im Kaufverhalten

Was gibt es entspannteres als am heimischen Computer, online durch die Geschäfte zu zappen? Kein Unwetter kann Käufer mehr von ihren Kaufwünschen abhalten. Im Gegenteil, schnell hat man Preise und Konditionen verglichen, so dass einem sicheren Einkauf nichts mehr im Wege steht. Das Rückgaberecht ist gesetzlich geregelt und erfordert höchstens den Gang zur nächsten Post, um das nicht gewünschte oder nicht passende Teil, in einer vorgegebenen Frist zurückzusenden. Ein reales Verkaufsgespräch hätte dies früher allerdings verhindert.

Der Markt verändert sich

Grosse Buchhandlungen und Fachgeschäfte mussten in besonders teuren Geschäftslagen bereits schliessen, weil ihre Kundschaft ausblieb. Auch im klassischen Versandhandel machen sich Veränderungen bemerkbar. Thomas Meier, Geschäftsführer der Lehner Versand AG – bestätigt den Trend zum Online-Shopping: „Das Geschäft mit den klassischen Katalogen läuft immer noch sehr gut. Aber das grösste Wachstum erzielen wir dieses Jahr im Online-Geschäft“. So, und ähnlich argumentieren immer mehr Unternehmen, die im Internet einen Shop planen oder bereits eingerichtet haben.

Junge Internet-Unternehmen setzen auf bezahlbare Preise und fühlen sich im World Wide Web besser aufgehoben. Hier fallen die hohen Kosten für Miete, Schaufenstergestaltung und Energie weg. Personal- und Stromkosten verringern sich um ein vielfaches.
Neueste Studien sprechen bei Online-Angeboten von besseren Service, größerer Auswahl und transparenteren Preisen.

Noch Luft nach Oben

Der Versandhandel rechnet mit zweistelligen Milliardenumsätzen. Gegenüber dem vergangenen Jahr dürfte ein Plus von 26 Prozent eingefahren werden. So hat sich der Umsatz im Onlinegeschäft, in den letzten vier Jahren mehr als verdoppelt.

Der Handelsexperte Jörg Funder spricht von einem Wachstum zu Lasten der stationären Geschäfte. Langfristig werden wohl nur die Unternehmen überleben, die auf verschiedenen Vertriebsschienen tätig sind. Der Textileinzelhandel will von einer Bedrohung noch nichts wissen, ist aber davon überzeugt, dass die neuen Märkte zu einem Problem werden könnten.